CAPE 10 warnt vor Kürzung bei Sozialhilfe

Kinderarmut verschärft sich

In Österreich warnen aktuell zahlreiche Kinderrechte-Organisationen – darunter CAPE 10 – und Interessensvertretungen eindringlich vor geplanten Kürzungen bei der Sozialhilfe. Sie machen darauf aufmerksam, dass gerade jene Menschen am stärksten betroffen wären, die ohnehin wenig haben – allen voran armuts- oder ausgrenzungsgefährdete Kinder und Jugendliche. In Österreich sind aktuell rund 344.000 Kinder und Jugendliche von Armut betroffen. Eine Verschlechterung der Sozialhilfe würde ihre Lebensrealität weiter verschärfen, weil Familien dann noch weniger für Wohnen, Energie und Lebensmittel zur Verfügung hätten.

Besonders kritisch sehen die Organisationen, dass bereits in den Verhandlungen befindliche Änderungen unter anderem eine teilweise Anrechnung der Familienbeihilfe auf die Sozialhilfe und Kürzungen bei Kinderzuschlägen vorsehen könnten. Gleichzeitig stehen Einsparungen bei der sozialen Infrastruktur für Kinder und Jugendliche zur Diskussion – etwa bei Jugendzentren oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Kinderrechte- und Sozialverbände betonen, dass mehr als ein Drittel aller Sozialhilfeempfänger:innen Kinder sind und dass Einschnitte bei familien- und kindbezogenen Leistungen nicht nur Leid und Belastung für Betroffene bedeuten, sondern auch langfristig größere Kosten für Gesellschaft und Staat nach sich ziehen würden – etwa durch höhere Gesundheitsausgaben oder geringere Steuereinnahmen.

Als Mitglied der Initiative, die dieses Schreiben mitunterzeichnet hat, setzt sich CAPE 10 dafür ein, dass Kinderrechte und soziale Absicherung nicht zur Disposition stehen.

Wenn wir bei Kindern sparen, sparen wir nicht am richtigen Ort – wir sparen an ihrer Gesundheit, an ihren Bildungschancen und an ihrer Zukunft. In unserer täglichen Arbeit bei CAPE 10 sehen wir, was es bedeutet, wenn Familien jeden Euro zweimal umdrehen müssen: Belastungen nehmen zu, psychische Probleme werden sichtbarer, und Kinder tragen Verantwortung, die sie nicht tragen sollten. Sozialleistungen sind kein Luxus, sondern ein notwendiger Schutzschirm. Wer hier kürzt, verschärft Kinderarmut und nimmt langfristig höhere gesellschaftliche Folgekosten in Kauf. Eine armutsfeste Absicherung von Kindern ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes.

CAPE 10 Team Portrait von Silvia Bruni

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260216_OTS0021/kinderrechteorganisationen-und-interessensvertretungen-warnen-vor-kuerzungen-bei-sozialhilfe

Foto: © Mikhail Nilov und Martin Schödl

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