
Momente, die bewegen
Jahresrückblick 2025
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Vorwort
Radikale Hoffnung –
Warum Chancengleichheit in Österreich möglich ist
Vorwort von Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn, Initiator & Vorstand von CAPE 10 und Silvia Bruni, Geschäftsführerin von CAPE 10


Wir leben in Zeiten multipler Krisen. Wirtschaftliche Unsicherheiten, gesellschaftliche Spannungen und anhaltende soziale Herausforderungen prägen den Alltag vieler Menschen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass auch in Österreich, direkt vor unserer Haustür, Kinder in Armut aufwachsen. Sie tragen die Folgen oft leise und unsichtbar – und gerade für sie kann frühe Unterstützung den größten Unterschied machen.
CAPE 10 steht für radikale Hoffnung. Radikale Hoffnung bedeutet, an das Gute zu glauben – nicht naiv, sondern entschlossen. Sie heißt, sich nicht mit einem Status quo abzufinden, der Kinder systematisch benachteiligt. Und sie heißt, Verantwortung zu übernehmen in einem Land, das alle Voraussetzungen hätte, es besser zu machen.
Österreich ist ein reiches Land. Dennoch entscheidet der Ort der Geburt maßgeblich über die Startbedingungen eines Kindes. Der sozioökonomische Hintergrund bestimmt Gesundheitschancen, Bildungserfolg und oft den weiteren Lebensweg. Armut bedingt Krankheit. Krankheit verhindert Bildung. Fehlende Bildung verfestigt Ungleichheit. Es ist ein Kreislauf – und er ist durchbrechbar.
Ohne Gesundheit gibt es keine Entwicklung und keine echte Chancengerechtigkeit. Wer hungrig ist, Schmerzen hat, psychisch belastet ist oder keinen niederschwelligen Zugang zum Gesundheitssystem findet, kann sein Potenzial nicht entfalten. Prävention, Gesundheitskompetenz und verlässliche Versorgung dürfen daher keine Privilegien sein.
CAPE 10 setzt genau hier an. Als gemeinnützige Stiftung versuchen wir lokal im 10. Wiener Gemeindebezirk mit unseren Kinderförderprojekten, unserem Soforthilfefonds und unserem Haus, gezielt Unterstützung zu bieten. Wir möchten Möglichkeiten eröffnen, die über bloße Hilfe hinausgehen: Orte, an denen Kinder Stabilität, Sicherheit und Förderung erfahren, wo sie ihre Talente entdecken und Selbstvertrauen entwickeln können. Armutsbekämpfung beginnt für uns mit Prävention – und mit dem konsequenten Fokus auf die ersten Lebensjahre.
Wir wissen, dass wir das System nicht allein verändern werden. Aber wir können zeigen, wie es anders geht. Wir können Modell sein, Möglichkeitsraum, Brücke zwischen Gesundheit, Bildung und sozialer Teilhabe. Und wir können beweisen, dass Wirkung messbar ist – menschlich wie volkswirtschaftlich.
Unser Jahresrückblick 2025 gibt Einblick in diese Arbeit: in Projekte, Begegnungen und in die vielen Momente, in denen Veränderung sichtbar wird. Für die Kinder und Familien, die wir erreichen, macht unsere Unterstützung einen spürbaren Unterschied.
Diese Wirkung entsteht nur durch Zusammenarbeit. Wir danken allen Unterstützer:innen, Partner:innen und unserem engagierten Team. Ihr Einsatz und ihre Leidenschaft eröffnen Chancen und schaffen Hoffnung sowie Perspektiven.
Die beständigste und dringlichste Frage im Leben lautet: Was tust du für andere?
Radikale Hoffnung heißt, zu handeln, bevor Probleme eskalieren – und unbeirrbar daran zu glauben, dass jedes Kind, unabhängig von seiner Postleitzahl, ein Recht auf Gesundheit, Bildung und Würde hat. Die Zukunft eines Landes beginnt nicht in Parlamenten. Sie beginnt in den Körpern und Köpfen seiner Kinder.
Wir laden Sie ein, mitzuerleben, wie gemeinsames Engagement wirkt. Denn Hoffnung wächst, wenn wir sie teilen. Bitte bleiben Sie uns gewogen.
In Verbundenheit
Silvia Bruni und Siegfried Meryn
Gast-Vorwort
Kinder haben eine Stimme
Gast-Vorwort von Doris Schmidauer
Liebe Leser:innen,
kurz vor Weihnachten war ich zu einem ganz besonderen Konzert eingeladen. Im goldenen Saal des Wiener Musikvereins musizierten 650 Schülerinnen und Schüler aus Schulen im 10. Wiener Gemeindebezirk gemeinsam mit Profi-Musiker:innen. Passend zur Jahreszeit wurden Weihnachtslieder aus aller Welt gesungen.
Ich habe das Konzert geradezu beschwingt und voller Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachtsfest verlassen – so mitreißend war die Darbietung der Kinder.


Aber dieses Konzert hat mich nicht nur in Weihnachtsstimmung gebracht. Es hat mir noch etwas anderes, eigentlich viel Wichtigeres, deutlich gemacht: Kinder haben eine Stimme. Alle!
Die Stimmen der Kinder sind vielleicht leise und manchmal zaghaft, aber sie sind da. Und jedes Kind hat das Recht, gehört zu werden, gesehen zu werden. Auch, wenn die Kinder dabei manchmal Unterstützung brauchen. Die Projekte von CAPE 10 machen genau das. Sie unterstützen Kinder beim Gehört werden, beim Sichtbarwerden. Wie Sie aus den folgenden Beiträgen sehen werden, werden hier viele großartige Angebote gemacht. Dafür möchte ich auch den Mitarbeiter:innen von CAPE 10 ganz herzlich danken!
Es ist schön, dass es eine Einrichtung wie CAPE 10 gibt. Und ich freue mich, dieses wunderbare Projekt kennen gelernt zu haben. So kann ich ihre Ideen und Projekte zu anderen Gesprächen mitnehmen.
Gleichzeitig macht es nachdenklich, dass es private Initiativen wie CAPE 10 braucht, um Kinder in Österreich mit Leistungen zu unterstützen, die selbstverständlich sein sollten.
Kinderarmut ist – auch in Österreich – eine Realität. CAPE 10 versucht dem entgegen zu wirken, etwa indem warme Mahlzeiten für Schulkinder zur Verfügung gestellt werden. Ziel sollte aber sein, dass es solche privaten Anstrengungen nicht mehr braucht. Es gibt bereits viele Vorschläge, um Kinderarmut nachhaltig zu bekämpfen. Allen voran der Vorschlag einer Kindergrundsicherung, den die Bundesregierung auch in ihr Regierungsübereinkommen aufgenommen hat.
Es wäre schön, wenn wir dieses Ziel, gegen das wohl niemand etwas einwenden wird, gemeinsam erreichen: Kein Kind in Österreich soll von Armut betroffen sein!
Ich wünsche allen Mitarbeiter:innen von CAPE 10 weiterhin viel Energie, Zuversicht und Erfolg bei ihrer Arbeit und bedanke mich für ihren Einsatz im Interesse der Kinder. Siegfried Meryn danke ich für die Initiative und die unermüdliche Lobbyingarbeit für Menschen, denen es weniger gut geht. Ihnen, liebe Leser:innen, wünsche ich eine anregende Lektüre.
Ihre,
Doris Schmidauer
Das Haus, das hilft
Das gesunde Kind von CAPE 10
Chancengleichheit geht uns alle an!
Gastkommentar von Amira Awad, selbständige Moderatorin und Trainerin
In Österreich hängt der Bildungserfolg von Kindern nach wie vor stark vom sozioökonomischen Hintergrund ab. Herkunft beeinflusst Bildungswege in einem Ausmaß, das mit dem Anspruch auf Chancengerechtigkeit und Leistungsgerechtigkeit nicht vereinbar ist.
Ich habe diese Realität selbst erlebt – als Lehrerin an einer Wiener Mittelschule im Rahmen von Teach for Austria, aber auch in meiner eigenen Biografie.
Der Wechsel aus dem Fernsehjournalismus in den Schulalltag hat mir eindrücklich gezeigt, wie stark äußere Lebensumstände, aber auch Ungerechtigkeiten im Bildungssystem Lebenswege prägen. In meinen Klassen begegneten mir Kinder mit großem Potenzial, zugleich aber mit Belastungen, die Lernen erheblich erschweren: beengte Wohnverhältnisse, mangelnde familiäre Unterstützung, finanzielle Unsicherheit, sprachliche Hürden und emotionale Überforderung.
Schule übernimmt in diesem Kontext weit mehr als die Vermittlung von Fachwissen. Sie ist Beziehungsraum, Schutzraum und oft der einzige Ort mit stabilen Strukturen. Lehrkräfte leisten hier täglich pädagogische, soziale und integrative Arbeit, die weit über Wissensvermittlung hinausgeht. Diese Realität verdient Anerkennung und strukturelle Unterstützung.
Chancengleichheit im Bildungssystem erfordert gezielte und nachhaltige Maßnahmen: frühkindliche Förderung, individuelle Begleitung, multiprofessionelle Teams, stabile Lernumfelder sowie ausreichend Zeit und Ressourcen für Beziehung und Förderung.
Die Verantwortung dafür ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sind gleichermaßen gefordert, Bildung als zentrale Zukunftsinvestition zu begreifen.
Initiativen wie CAPE 10 zeigen, wie wirksam es ist, wenn gesellschaftliche Herausforderungen aktiv gestaltet werden – verlässlich und mit einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse von Kindern.
Wenn wir Chancengleichheit ernst nehmen, investieren wir nicht nur in Einzelne, sondern in den sozialen Zusammenhalt und die Innovationskraft unserer Gesellschaft.
Die Kinder sind unsere Zukunft.

12 Monate – 12 Momente
Bei unseren Projekten setzen wir auf langfristige Maßnahmen, die Kinder über ein gesamtes Schuljahr hinweg begleiten und eine nachhaltige Wirkung entfalten. Doch auch die kleineren Aktivitäten, die über das Jahr verteilt rund um CAPE 10 stattfinden, lassen besondere Momente entstehen.

Jänner
250 Mittelschüler:innen erleben das Neujahrskonzert des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich.

Februar
Eishockey live: Unsere Kids beim Match der Vienna Capitals gegen Asiago Hockey in der Steffl Arena.

März
Großes Theater für kleine Gäste: 320 Volksschulkinder bei einer exklusiven Vor-
stellung von Pettersson und Findus im Volkstheater.

April
Oper hautnah: Schüler:innen der dritten und vierten Klassen der MIM Wendstattgasse besuchen Die Zauberflöte in der Wiener Staatsoper.

Mai
Einblicke in Technik und Zukunft: Schülerinnen des Informatikzweigs der MIM Wendstattgasse beim Girls’ Day bei Traktionssysteme Austria.

Juni
Stadionatmosphäre pur: Kinder der Eulenschule beim Ländermatch Österreich gegen Rumänien.

Juli
Ein neuer Bewohner wurde im Tiny Forest von CAPE 10 beim jährlichen Frühjahrsmonitoring entdeckt.

August
Kunst, die wirkt: Die Ausstellung Wien STADTistik im CAPE 10 – der Erlös der stillen Auktion kommt unseren Projekten zugute.

September
Erst eine Kinderzeichnung und jetzt Realität: Ein Regenbogenzebrastreifen vor dem Eingang zum CAPE 10.

Oktober
Bewegung und Begeisterung: Volksschulkinder erleben beim Basketball Day 2025 die Faszination Basketball.

November
Farbe drauf: Mittelschüler:innen verschönern gemeinsam mit Graffiti-Künstler:innen die Veranstaltungsräume im CAPE 10.

Dezember
Kindern in seelischer Not Gehör schenken: Start der CAPE 10 -Weihnachtskampagne
Das Jahr in Zahlen
6.828
Schulkinder mit neuen Erfahrungen
4.012
Kostenfreie Mittagessen
3.268
Finanzierte Therapieeinheiten
1.188
Beratungsgespräche
124
Familien konnten mit Soforthilfe unterstützt werden
Die stille Krise – eine Generation unter Druck.
Die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Steigende Belastungen treffen auf lange Wartezeiten und fehlende Therapieplätze. CAPE 10 zeigt auf, wie groß der Bedarf ist – und warum rasche, unbürokratische Hilfe entscheidend ist, wenn Kinder Unterstützung brauchen.

Zur Lage der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Österreich
Gastkommentar von Prim. Dr. Klaus Vavrik, Ärztlicher Leiter Ambulatorium Sonnwendviertel der VKKJ
Die psychische Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen wurde bis dato weder im österreichischen Gesundheitswesen noch im allgemeinen politischen Diskurs gebührend ihrer hohen gesellschaftlichen Bedeutung für unser aller Zukunft beachtet. Auf spektakuläre Anlässe („14-jähriges Mädchen tötet Frau auf Friedhof”) folgt zwar rasch ein öffentlicher Aufschrei, doch die dahinterliegenden Lebens- und Entwicklungsbedingungen einer ganzen Generation und die Frage, was diese für ein gutes Aufwachsen bräuchte, werden nicht ernsthaft hinterfragt.
Eine bisher „einsame“ systematische Erhebung aus 2015 zeigte: rund 1/3 der Jugendlichen erfüllte im Laufe ihres Lebens die Kriterien einer psychischen Erkrankung (etwa Depression, Angststörungen, sozialer Rückzug oder dissoziale Symptome). Besonders alarmierend aber war der unerfüllte Wunsch nach Hilfe von 22,2 %! [1] Kinder und Jugendliche, welche dringend Unterstützung benötigen, aber kein Angebot finden oder von diesem nicht erreicht werden.
Seither haben sich die Belastungen weiter verschärft. Die Corona-Pandemie mit Schul- und Kindergartenschließungen, sozialer Isolation und Vereinsamung, ein quasi permanenter „Krisenmodus“ (Klima-, Energie- und geopolitische Krisen), die übermächtigen digitalen Lebenswelten und Themen wie Neurodiversität und Geschlechtsidentität bringen zusätzliche Verunsicherung mit sich. Kommen individuelle Risken wie Armut, Gewalterfahrungen oder Fluchtbiographie hinzu, fehlen oft die stabilen Grundlagen für eine resiliente Entwicklung.
Projekte wie „Gesund aus der Krise“ können mit ihrem geringen Volumen und gedeckelten Therapiestunden pro Kind den strukturellen Mangel an psychosozialer Versorgung nicht ausgleichen, die hohen Betreuungsschlüssel in der Krippe sind nicht kindgerecht und das System der „Frühen Hilfen“ kann seine Wirkung nicht entfalten, wenn es dahinter keine Versorgungslandschaft für erkannte Bedarfe gibt. Es gäbe viele strukturelle „Schrauben“ für Verbesserungen zu drehen.
Seit 2011 ist das Recht jedes Kindes auf bestmögliche Entwicklung und Entfaltung in der Verfassung verankert. Dieses Recht konsequent umzusetzen, wäre eine gesellschaftliche Verpflichtung. Finanzielle Aufwendungen für ein gelingendes Aufwachsen unserer Kinder sollten dabei nicht bloß als Kosten, sondern als wertvolle Investitionen in die Zukunft unseres Landes erkannt werden. Sie kommen – durch Studien bewiesen – volkswirtschaftlich vielfach zurück.
[1] The Mental Health in Austrian Teenagers (MHAT) Study
Wenn Warten keine Option ist.
Interview mit Bengül Müldür, Sozialbegleiterin bei CAPE 10
Wie erlebst du aktuell die Situation rund um den Soforthilfefonds?
Die Lage ist ernst. Immer mehr Familien wenden sich an uns, weil sie im öffentlichen Gesundheitssystem keinen Therapieplatz finden – und das Volumen der Anträge übersteigt unser Förderbudget bei weitem. Allein im vergangenen Jahr hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. Umso wichtiger ist es, dass wir im Jahr 2025 124 Familien rasch und unbürokratisch unterstützen und knapp 3.300 Therapieeinheiten ermöglichen konnten.
Was eint die Familien, die Unterstützung beantragen?
Oft kommen mehrere Belastungen gleichzeitig zusammen: finanzielle Unsicherheit, beengte Wohnverhältnisse, Alleinerziehung und soziale Isolation. Hinzu kommt ein Kind mit einer Diagnose, etwa Autismus, Lernschwierigkeiten oder einer psychischen Erkrankung. Viele Eltern stehen unter enormem Druck und wissen nicht mehr, an wen sie sich wenden sollen.
Kannst du uns ein Beispiel geben?
Mathilde*, zwölf Jahre alt, leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer Essstörung. Ihr Alltag, ihr Lernen und ihre sozialen Beziehungen sind stark beeinträchtigt. Eine psychotherapeutische Behandlung ist dringend notwendig, doch die Wartezeit auf einen Kassenplatz beträgt rund ein Jahr. Für Mathilde ist das eine unzumutbare Zeit. Ihre Familie kann sich eine private Therapie nicht leisten. Hier greift der Soforthilfefonds, damit Kinder nicht warten müssen, wenn sie dringend Hilfe benötigen.
*Name geändert
Unser Versprechen an euch
Brief von Silvia Bruni, CAPE 10 Geschäftsführerin
Liebe Kinder,
jeden Tag, wenn wir ins CAPE 10 kommen, tragen wir einen Gedanken in uns. Einen, der uns leitet. Strong back. Soft front.
Ein starkes Rückgrat. Ein weiches Herz.
Ein starkes Rückgrat heißt: Wir stehen für euch ein. Wir bleiben, auch wenn etwas schwierig wird. Wir treffen Entscheidungen, auch wenn sie nicht immer leicht sind. Wir halten unsere Standards hoch, weil ihr das Beste verdient. Stark zu sein heißt, euch Sicherheit zu geben – selbst wenn die Welt da draußen manchmal wackelt.
Ein weiches Herz heißt: Wir sehen euch. Wir nehmen euch ernst. Wir hören euch zu, auch wenn ihr vielleicht noch keine Worte dafür findet. Wir bleiben offen für eure Träume und Sorgen. Wir begegnen euch mit Geduld, Respekt und Wärme. Denn Vertrauen wächst dort, wo man sich angenommen fühlt. Und Vertrauen macht stark.
Beides gehört zusammen. Stärke ohne Wärme wird hart. Wärme ohne Stärke macht haltlos. Ihr sollt beides erleben: Halt und Herz.
Was wir euch geben, ist nicht zufällig. Jede Mahlzeit, jede Stunde, jedes Gespräch, jedes High Five ist bewusst gestaltet. Wir denken nach, wir lernen ständig dazu, wir verbessern uns – weil wir wollen, dass ihr wachsen könnt. Dass ihr euch etwas zutraut. Dass ihr spürt: „Ich kann das“.
Das braucht Zeit. Es braucht Ausdauer. Und es braucht Leidenschaft. Aber nichts ist wichtiger, als zu sehen, wie ihr wachst – nicht nur an Körpergröße, sondern an Mut, an Selbstvertrauen, an Hoffnung und an Freiheit.
Wir glauben an euch, auch an Tagen, an denen ihr selbst noch zweifelt.
Und wir versprechen euch:
Wir stehen fest.
Wir bleiben weich.
Wir gehen diesen Weg gemeinsam – mit Halt und Herz!
Strong back. Soft front.
Eure Silvia Bruni
Lesen eröffnet Welten
Interview mit Thomas Brezina, Autor
Im Gespräch mit Thomas Brezina, der einmal pro Jahr eine kostenlose Kinderbuchlesung im CAPE 10 hält: Darüber wie Bücher Kindern Halt, Mut und Fantasie schenken, sie stärken und ihnen helfen, sich selbst und die Welt besser zu verstehen.


Herr Brezina, warum ist Lesen gerade für Kinder so wichtig?
Lesen ist weit mehr als eine schulische Fähigkeit. Es eröffnet Welten, stärkt die Fantasie und gibt Kindern Werkzeuge in die Hand, mit denen sie ihre eigene Realität besser verstehen und gestalten können. Wer liest, entdeckt neue Perspektiven – und oft auch neue Seiten an sich selbst. Und manchmal auch Mut, den man vorher noch gar nicht gespürt hat.
Welche Rolle spielt Lesen für Kinder mit herausfordernden Startbedingungen?
Gerade für sie kann ein Buch ein sicherer Ort sein. Geschichten geben Halt, schaffen Identifikation und vermitteln Zuversicht. Lesen fördert nicht nur Sprachkompetenz, sondern auch Selbstvertrauen. Es zeigt Kindern: Du kannst etwas. Du verstehst. Du gehörst dazu. Und deine Gedanken zählen.
Wie sehen Sie die Bedeutung von Büchern in einer zunehmend digitalen Welt?
Digitale Medien prägen den Alltag von Kindern – schnell und jederzeit verfügbar. Bücher schaffen einen anderen Rhythmus. Sie fördern innere Bilder, Konzentration und die Fähigkeit, sich wirklich auf etwas einzulassen. Gerade in einer Welt voller Reize ist diese Form der Ruhe und Vertiefung kein Gegensatz zur Digitalisierung, sondern ein notwendiges Gegengewicht – eine Kompetenz fürs Leben.
Was hat Sie an der Zusammenarbeit mit CAPE 10 besonders berührt?
Mich beeindruckt, mit wie viel Herz und Professionalität hier gearbeitet wird. CAPE 10 schafft echte Zugänge – zu Bildung, zu Kultur und zu Chancen. Wenn Kinder erleben, dass Lesen Freude macht und sie ernst genommen werden, dann entsteht etwas Bleibendes. Das berührt mich sehr.
The Power of Music
Musik öffnet Räume, in denen Kinder sich ausdrücken und wachsen können. Kultur und Kreativität stärken Selbstvertrauen, soziale Kompetenzen und Gemeinschaft – besonders dort, wo Zugänge fehlen. The Power of Music macht diese Kraft für alle Kinder erlebbar.
Als Wien Energie ist es uns ein großes Anliegen, Projekte zu unterstützen, die jungen Menschen Perspektiven eröffnen und unsere Stadt ein Stück näher zusammenbringen. ‚The Power of Music‘ zeigt eindrucksvoll, wie Musik Barrieren abbauen, Freude schenken und Gemeinschaft stärken kann.


Wenn Musik verbindet
Gastkommentar von Dr. Stephan Pauly, Intendant Musikverein Wien
Kulturelle Teilhabe bedeutet für mich, klassische Musik nicht nur als exklusiven Genuss für bereits Interessierte zu sehen, sondern als Erfahrung, die allen Menschen offensteht – unabhängig von beispielsweise Alter, Herkunft oder finanziellen Möglichkeiten. Im Wiener Musikverein pflegen wir unsere große Tradition mit internationalen Spitzenkünstler:innen. Gleichzeitig wollen wir mit unserem Angebot Menschen erreichen, die bislang keinen Zugang zu dieser Kultur haben. Deshalb arbeiten wir daran, Barrieren abzubauen – zum Beispiel finanzieller, sozialer oder bildungsbedingter Natur –, und entwickeln niedrigschwellige Formate sowie Kooperationen mit Partnern, etwa mit CAPE 10, die soziale Expertise einbringen.
Ein herausragendes Beispiel ist das Projekt „The Power of Music“. Kinder aus Favoriten kommen das ganze Jahr über in den Genuss von Mitmach-Konzerten und haben ein Mal pro Jahr im Goldenen Saal des Musikvereins ihren großen Auftritt. Hier geht es nicht um Theorie oder Belehrung, sondern um Partizipation: Die Kinder erleben Musik als Gemeinschaftserlebnis, entdecken ihre Stimme und spüren: „Ich gehöre dazu.“ Musik wird so zu einem Instrument der Integration, des Selbstbewusstseins und der Freude – über das Musikalische hinaus.
Neben spezifischen Kinder-, Jugend- und Familienprogrammen entwickeln wir im Musikverein Formate wie „Auszeit“ oder „Hör-Bar“, die klassischen Konzertbesuch neu denken. Besucherinnen und Besucher können die Musik entspannt erleben, auf Liegestühlen, Teppichen oder Sitzkissen, ohne formale Zwänge, aber auf höchstem künstlerischem Niveau.
Für mich ist kulturelle Teilhabe kein Luxus, sondern ein Investment in die Gesellschaft. Sie schafft Begegnungen, öffnet Räume für Kreativität und fördert ein gemeinsames Erleben von Schönheit. Ziel ist, Menschen nachhaltig zu inspirieren und klassische Musik zu einem selbstverständlichen, bereichernden Teil ihres Lebens werden zu lassen.
Innovationsgipfel
Junge Menschen stehen heute vor komplexen Zukunftsfragen. Ob sie Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft entwickeln können, hängt maßgeblich von Bildung, Teilhabe und Chancengerechtigkeit ab. Bei CAPE 10 machen wir Zukunftsthemen, wie etwa erneuerbare Energie, greifbar und stärken damit Kreativität, kritisches Denken sowie den Mut, eigene Ideen einzubringen – unabhängig von Herkunft oder Lebensrealität.
Gemeinsam mit CAPE 10 wollen wir Jugendliche erreichen, die oft vor besonderen Herausforderungen stehen, und ihnen eine Plattform geben, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten.


Zukunft gestalten beginnt jetzt
Erfahrungsbericht von Kerstin Hofmann, Direktorin der Musik- und Informatikmittelschule Wendstattgasse
Beim Innovationsgipfel 2025 nahmen die Klassen 1a, 1c und 4a mit ihrem fächerübergreifenden Projekt „Geothermie“am Innovationswettbewerb teil. Ziel war es, erneuerbare Energie – insbesondere die Nutzung von Erdwärme – altersgerecht, kreativ und verständlich zu vermitteln. Kunst, Musik, Naturwissenschaften und digitale Medien wurden dabei wirkungsvoll miteinander verbunden.
Künstlerischer Teil (1c):
Die Schüler:innen gestalteten mit Wasserfarben eindrucksvolle Bilder. Zu sehen waren Querschnitte des Erdinneren mit Erdschichten, Wärmeströmen, Bohrungen und Leitungen. So wurde anschaulich dargestellt, wie Wärme aus der Tiefe mithilfe von Geothermiepumpen an die Oberfläche gelangt und für Häuser nutzbar gemacht wird. Diese Werke bildeten die visuelle Grundlage des späteren Videos.
Musikalischer Teil (1a und 4a):
Die beiden Klassen erarbeiteten gemeinsam das eigens für das Projekt komponierte und getextete Lied „Deep Down in the Ground“. In kindgerechter, poetischer Sprache erklärt es, was im Inneren der Erde geschieht und wie Geothermie funktioniert. Im Musikvideo singen die Kinder, während die Bilder der 1c eingeblendet werden – eine stimmige Verbindung von Musik und Kunst.
Darstellender Teil (1a und 4a):
Zusätzlich entstand ein Erklärvideo mit schauspielerischen Szenen. Die Schüler:innen gingen darin zentralen Fragen nach: Was ist Geothermie? Wie funktioniert sie? Warum ist sie für unsere Zukunft wichtig?
Besonders bereichernd war die Zusammenarbeit zwischen jüngeren und älteren Kindern. Die 4a übernahm erklärende Rollen, während die 1a und 1c kreative Ideen einbrachten. Große Freude bereitete das gemeinsame Singen, das Drehen des Videos und zu erleben, wie aus vielen Beiträgen ein beeindruckendes Gesamtprojekt entstand.
Ein Höhepunkt war die Preisverleihung. Als unser Projekt als Sieger genannt wurde, war die Begeisterung riesig. Jubel, Applaus und stolze Gesichter zeigten, wie viel Einsatz in der Arbeit steckte.
Der 1. Platz ist für die Schüler:innen eine wertvolle Anerkennung. Er stärkt ihr Selbstbewusstsein und motiviert sie, sich auch weiterhin mit Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit und erneuerbaren Energien zu beschäftigen. Das Preisgeld wird für weitere kreative und nachhaltige Projekte an der Schule eingesetzt.
Die Schüler:innen der Musik- und Informatikmittelschule Wendstattgasse bewiesen eindrucksvoll, dass junge Menschen komplexe Themen verstehen, kreativ umsetzen und mit Begeisterung präsentieren können. Der Innovationsgipfel war ein inspirierendes Erlebnis – und der Sieg der krönende Abschluss eines besonderen Gemeinschaftsprojekts.
Stimmen aus der Bildungsdirektion
Statement von Barbara Novomesky und Horst-Edgar Pintarich, Schul-Qualitätsmanager:innen Bildungsdirektion Wien
Unsere Jugend ist die Zukunft unserer Gesellschaft. Sie zu stärken heißt, Zukunft zu sichern. Oft hört man derartige Statements, doch es braucht Taten! Schulen benötigen nicht nur eine moderne Ausstattung und digitale Geräte, sondern vor allem Raum für Persönlichkeitsentwicklung, kritisches Denken und Gemeinschaft.
Bildung darf sich nicht auf Wissensvermittlung beschränken – sie muss Kompetenzen, Teamgeist und kreative Problemlösungen fördern, unabhängig von Herkunft, Sprache, Religion oder Geschlecht der Kinder und Jugendlichen. Chancengerechtigkeit sichert unsere gemeinsame Zukunft.
Ein wesentlicher Faktor dabei ist qualitätsvolle, gelebte Beziehungsarbeit. Genau hier setzt unsere Kooperation mit CAPE 10 an: Durch gemeinsame Erlebnisse stärken wir Beziehungen in der Gegenwart, damit Zukunft gelingt.
Die Gesundheitsheld:innen
Gesunde Lebensgewohnheiten sind eine wichtige Voraussetzung für Chancengleichheit. Wer sich regelmäßig bewegt, weiß, was dem eigenen Körper guttut, erlebt ihn positiv, gewinnt Selbstvertrauen und innere Stabilität.
Mit CAPE 10 verbindet uns die Überzeugung, dass jedes Kind die Chance auf einen gesunden Start ins Leben verdient. Wir freuen uns, mit den Gesundheitsheld:innen ein Programm zu unterstützen, das wertvolle Gewohnheiten für das ganze Leben vermittelt.


Gesund leben lernen
Erfahrungsbericht von Claudia Nowotny, ASKÖ WAT Wien
Im Laufe des Schuljahres wurden die regelmäßigen Aktionstage und Lauftrainingseinheiten im CAPE 10 für die Gesundheitsheld:innen aus 13 Volksschulen in Favoriten zu einem festen Bestandteil des Schulalltags. Aus anfänglicher Zurückhaltung wuchsen mit der Zeit Freude an Bewegung, Selbstvertrauen und ein spürbarer Teamgeist.
Die Kinder lernten nicht nur neue sportliche Fähigkeiten, sondern auch, an sich zu glauben, und gemeinsam dranzubleiben. Besonders hervorzuheben sind dabei die kooperativen Spiele und Übungen (z.B. gemeinsamer Turmbau): Aufgaben, die zunächst mit „Das klappt nie“ kommentiert wurden, entwickelten sich im gemeinsamen Tun zu sichtbaren Erfolgserlebnissen und stärkten das Vertrauen in die eigene Gruppe und die eigenen Fähigkeiten.
Ein Moment, der meinem Team und mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war die Teilnahme der Kinder am 800-Meter-Lauf im Rahmen des VCM. Nach dem Aufwärmen mit dem ASKÖ FIT Frosch Hopsi Hopper ging es zum Lauf. Kaum waren sie gestartet, erreichten die Ersten bereits das Ziel. Die anschließende Siegerehrung wurde zu einem emotionalen Höhepunkt: Als die Kinder auf die große Bühne geholt wurden, war der Stolz in ihren Gesichtern ebenso spürbar wie der ihrer Eltern im Publikum. Dieser Augenblick machte sichtbar, was das Projekt bewirken kann: Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen und das großartige Gefühl, etwas geschafft zu haben.
Mit seinem Engagement, seiner Offenheit und seiner Begeisterung hat das Team der Gesundheitsheld:innen einen Raum geschaffen, in dem sich Kinder sicher fühlen und wachsen können.

Herz und Bauch
Gemeinsame Mahlzeiten sind mehr als nur eine Versorgung. Sie geben Struktur, vermitteln Sicherheit und stärken das Gefühl von Zugehörigkeit. Gerade für Kinder können solche Rituale ein wichtiger Anker im Alltag sein – ein Moment des Ankommens, der Gemeinschaft und des Vertrauens.
Unter dem Motto „Voller Bauch, volles Herz” haben wir Anfang Oktober das neue Projekt „Herz & Bauch“ gestartet. Täglich erhalten bis zu 100 Kinder ein kostenloses warmes Mittagessen im CAPE 10. Dabei geht es jedoch um weit mehr als einen vollen Bauch: Die gemeinsamen Mahlzeiten sollen Rituale schaffen, die den Kindern Stabilität, Sicherheit und ein Gemeinschaftsgefühl bieten. In der ersten Phase wird das Projekt u. a. durch die 17. Sacher Artists’ Collection sowie Licht ins Dunkel finanziert.


Wir unterstützen CAPE 10 auch heuer wieder sehr gerne mit unserer Spende für Licht ins Dunkel, denn wir wissen: Die Hilfe kommt rasch und unbürokratisch bei denen an, die sie am dringendsten benötigen. Die Initiative ‚Herz & Bauch‘ ist ein wunderbares Beispiel dafür.
Weit mehr als ein Mittagessen
Erfahrungsbericht von Malcolm Schmidt, Program Manager bei CAPE 10
Wofür steht Herz & Bauch für dich?
Gemeinschaft und Neugier. Denn beim Projekt Herz & Bauch geht es um weit mehr als ein gemeinsames Mittagessen. Es geht darum, Neues auszuprobieren, Spaß zu haben und Gemeinschaft zu erleben. Man deckt den Tisch, isst und lacht gemeinsam, und am Ende wird alles zusammen weggeräumt. CAPE 10 soll für die Kinder ein Ort sein, an dem sie für einen Moment abschalten können, an dem sie sich wohlfühlen und gerne hingehen.
Was hast du im Laufe der ersten Monate beobachten können?
Einige Kinder waren anfangs ein bisschen verschlossen, besonders dem Essen gegenüber. Neues auszuprobieren fiel ihnen schwer, manches wurde gar nicht probiert. Doch mit der Zeit, durch das gemeinsame Essen und das Gefühl, willkommen zu sein, wurden sie immer offener. Sie kosteten, entdeckten neue Geschmäcker, nahmen nach und fragten neugierig nach.
Welche Momente sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
Besonders schön mitanzusehen ist, wie viel Verantwortung die Kids übernehmen. Zu Beginn jedes Essens wird an jedem Tisch ein „Tisch-Chef bzw. eine Tisch-Chefin“ festgelegt, der oder die dafür verantwortlich ist, dass der Tisch am Ende des Essens gemeinsam sauber gemacht wird. Daraus entstand eine kleine Challenge zwischen den Kids: Wer ist schneller, und wer hilft wem? So wurde das gemeinsame “Ordnung schaffen“ zu einem positiven Erlebnis. Und am meisten überrascht hat uns, dass der größte Star unserer Menüs ausgerechnet der Salat war.
Sommercamps
Die Ferienzeit stellt viele Familien vor organisatorische und finanzielle Herausforderungen. Unsere Sommercamps bieten Kindern aus sozioökonomisch schwierigen Lebensverhältnissen wertvolle Auszeiten voller Gemeinschaft und unbeschwerter Momente.
Beim CAPE 10 Sommercamp in Pörtschach erleben viele Kinder ihren ersten Urlaub am See. Im Strandschlössl am Wörthersee, dem Urlaubsheim von Plasser & Theurer, stehen Abenteuer, Sport, Bastel- und Spielangebote sowie gemeinsame Abende und Mahlzeiten im Mittelpunkt.
Im Rahmen des Chance to Dance-Tanzcamps – powered by SIMACEK und ImPulsTanz – lernen Kinder von weltbekannten Tanzpädagog:innen neue Moves, entwickeln gemeinsam eine Choreografie und präsentieren diese am Ende der Woche stolz vor Familie und Freund:innen.


Kinder und Jugendliche finden oft noch keine Worte für ihre intensive innere Gefühlswelt. Tanz wird für sie zur Sprache, mit der sie sich ausdrücken und mit der Außenwelt verbinden können.
Vom Tanzen und Schwimmen
Beitrag von Silvia Bruni, CAPE 10 Geschäftsführerin
Ich war zwölf Jahre alt, als ich eine Aufführung des Alvin Ailey American Dance Theaters sah. Noch nie zuvor hatte ich etwas so Lebendiges, so Schönes, so Freies erlebt. In diesem Theater wurde meine Welt auf einmal groß – voller Bewegung, Freiheit, Internationalität und Möglichkeiten. Und ich wusste: In dieser Welt möchte ich leben.
Dieser eine Impuls hat mein Leben verändert. Er führte mich zum Tanz, zum ImPulsTanz Festival und sogar zu einem Stipendium an der Alvin Ailey Dance Academy in New York.
Heute weiß ich: Solche Impulse können Leben prägen – besonders bei Kindern.
Deshalb habe ich als Geschäftsführerin von CAPE 10 2024 gemeinsam mit ImPulsTanz das Sommercamp „Chance to Dance“ ins Leben gerufen – ein wahres Herzensprojekt! Es eröffnet Kindern aus Schulen in Favoriten die einzigartige Möglichkeit, mit den besten Tanzlehrer:innen der Welt zu lernen – und vielleicht zum ersten Mal zu spüren, wie groß ihre eigene Welt sein kann.
Berufsorientierung
Berufsorientierung bedeutet mehr als die Wahl eines zukünftigen Jobs. Sie gibt jungen Menschen Orientierung, stärkt ihr Selbstvertrauen und eröffnet ihnen Perspektiven. Gerade für Jugendliche mit herausfordernden Startbedingungen ist es entscheidend, ihre eigenen Stärken zu entdecken und realistische Zukunftsbilder entwickeln zu können.
Die Berufsorientierungswoche bei CAPE 10 umfasste abwechslungsreiche Workshops mit sieben Unternehmen und bot den teilnehmenden Mittelschüler:innen praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Berufsbilder und den Bewerbungsprozess. Ergänzt wurde das Programm durch Exkursionen zu Traktionssysteme Austria und zur Österreichischen Post, Einzelcoachings und ein Fotoshooting für Bewerbungsfotos.
Beim ersten STRABAG Day im CAPE 10 entdeckten rund 150 Mittelschüler:innen bei Mitmach-Stationen ihre Talente, probierten sich aus und tauschten sich mit STRABAG-Mitarbeiter:innen aus. Ganz nach dem Motto „Erleben, ausprobieren, staunen“. Der Tag zeigte, wie vielseitig die Baubranche ist und eröffnete den Schüler:innen neue Perspektiven für ihre berufliche Zukunft.


Wenn junge Menschen staunen, ausprobieren und an sich glauben, entstehen Zukunftsträume. Der STRABAG Day öffnet Türen und zeigt neue Perspektiven.
Den eigenen Weg finden
Interview mit Schüler:innen der MIM zum STRABAG Day
Was war euer Highlight?
Unser Highlight war die Bagger-Simulation und das Bauen der Schächte mit den Ziegelsteinen. Es hat viel Spaß gemacht, selbst auszuprobieren, wie so etwas funktioniert. Auch das Bauen der Spike-Figur war sehr cool.
Was habt ihr Neues gelernt?
Wir haben gelernt, wie wichtig Teamarbeit beim Bauen ist und dass man sehr genau arbeiten muss. Außerdem haben wir etwas über Technik und Roboter gelernt und wie ein Bagger gesteuert wird.
Was nehmt ihr für die Zukunft mit?
Für die Zukunft nehmen wir mit, dass man gemeinsam mehr erreichen kann und dass es wichtig ist, Neues auszuprobieren. Wir haben gemerkt, dass Bauen und Technik interessant sein können und dass man mit Übung immer besser wird.

Gemeinsam stark – Ideen, die wirken
Unternehmerische Verantwortung entfaltet ihre Wirkung dann, wenn sie nicht nur auf dem Papier steht, sondern von Menschen gelebt wird. Die folgenden Initiativen sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was geschieht, wenn Partner:innen eigenständig aktiv und kreativ werden. So entsteht echter sozialer Impact, der nach innen verbindet und nach außen sichtbar wird.

Ladies Luncheon
Beim ersten Ladies Luncheon im Hotel Sacher – initiiert und getragen von Francine Brogyányi, Ursula Simacek und Romy Faisst – kamen 30 inspirierende Frauen zusammen und ermöglichten es, das Projekt „Herz & Bauch“ für ein ganzes Jahr zu finanzieren.

Spendenaktion OMV-Mitarbeiter:innen
Im Rahmen einer weihnachtlichen Spendenaktion sammelten die Mitarbeiter:innen von OMV mit besonders großem Engagement und breiter Beteiligung 6.700 Euro für Psychotherapieeinheiten für Kinder und Jugendliche – eine Summe, die OMV großzügig verdoppelte.

Charity-Radtour von Plasser & Theurer-Mitarbeiter:innen
Von Linz nach Wien für den guten Zweck. Auf eigene Initiative traten die Mitarbeiter:innen von Plasser & Theurer bei einer Charity-Radtour zwischen den beiden Niederlassungen kräftig in die Pedale und sammelten dabei 2.330 Euro für CAPE 10.

Binder Grösswang läuft für den guten Zweck
Gemeinsam laufen, gemeinsam helfen: Unser langjähriger Partner Binder Grösswang spendete 10.000 Euro für CAPE 10. Für jede:n teilnehmende:n Mitarbeiter:in beim Vienna Night Run wurde ein Beitrag geleistet und großzügig aufgerundet – ein Engagement, das nachhaltig wirkt.

CAPE 10 x Kaufhaus Steffl
Mode trifft Haltung: Beim Launch unserer T-Shirt-Kollektion im Kaufhaus Steffl wurde Engagement sichtbar und tragbar. Ab Oktober waren die Shirts exklusiv im Steffl erhältlich – 100 % der Erlöse gingen an CAPE 10.

Weihnachtspunsch am Erste Campus
Unter dem Motto „Punschen und Gutes tun“ schenkten die Mitarbeiter:innen der Erste Group mit viel Teamgeist weihnachtliche Getränke aus – und leisteten so einen wertvollen Beitrag für Kinder und Jugendliche in Wien.

Viola Run 2025 – FK Austria Wien
Meter für Meter zu mehr Chancen: Der heurige Viola Run des FK Austria Wien fand zugunsten von CAPE 10 statt. Wir bedanken uns bei allen Veilchen, die fleißig mitgelaufen sind und mit ihrer Teilnahme insgesamt 4.320 Euro für unseren Soforthilfefonds sowie unsere CAPE 10-Kinderförderprojekte gesammelt haben.

Anker und Vöslauer
Anker und Vöslauer versorgen unsere Kinder bei Veranstaltungen regelmäßig mit nahrhaften Jausen und erfrischenden Getränken. Eine Unterstützung, die stärkt – Tag für Tag.
Von Herzen DANKE!
Blick nach vorne
Ein Haus, das weiterwächst
Das vergangene Jahr war geprägt von intensiver Arbeit, wichtigen Weichenstellungen und vielen Momenten, die gezeigt haben, was gemeinsam möglich ist. Damit wurde 2025 eine tragfähige Basis für neue Räume, neue Kooperationen und eine Weiterentwicklung von CAPE 10 geschaffen, die auch im kommenden Jahr Veränderung ermöglicht.
Mit dem Beginn des Jahres 2026 hat CAPE 10 einen wichtigen Entwicklungsschritt vollendet. Mit der Eröffnung von MICHLS deli, einem sozialökonomischen Gastronomiebetrieb von Wien Work, ist CAPE 10 nun vollständig. Entstanden ist dabei weit mehr als ein zusätzlicher Mieter: CAPE 10 ist zu einem lebendigen Ort der Begegnung geworden, an dem soziale Teilhabe, Gemeinschaft und Gesundheit im Alltag zusammenfinden.
In MICHLS deli werden 20 Frauen pro Jahr auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt begleitet. Im Rahmen eines einjährigen Ausbildungsprogramms erwerben sie praktische und organisatorische Kompetenzen in den Bereichen Küche, Service und Verwaltung.


Auch rund um CAPE 10 entstehen neue Räume. Ein Gärtnerprojekt schafft einen Ort, an dem Wachstum sichtbar und erlebbar wird. Ergänzt wird dieser durch einen Außenbereich, der Kindern Platz zum Spielen, Entdecken und Ausruhen bietet.
Inhaltlich wird CAPE 10 den Ansatz des „gesunden Kindes“ weiter vertiefen. Mit einem neuen, bisher einzigartigen Eventkonzept soll das Thema Kindergesundheit im Herbst auch für ein breiteres Publikum erlebbar gemacht werden.
Das vergangene Jahr hat gezeigt: Nachhaltige Wirkung entsteht nur, wenn Kinder nicht isoliert betrachtet werden. Wo Eltern eingebunden sind, wachsen Stabilität, Vertrauen und echte Veränderung. Ab 2026 legt CAPE 10 daher einen stärkeren Fokus auf Elternarbeit als integralen Bestandteil der Programme.
Zugleich wird Wirkung künftig noch systematischer reflektiert: Projekte werden konsequenter evaluiert und ein Bedarfsprozess gestartet, der die Perspektiven der Kinder bewusst einbezieht.
CAPE 10 richtet den Blick nach vorne – mit Verantwortung und klarem Fokus. Nicht Wachstum um jeden Preis, sondern gezielte Weiterentwicklung, genaues Zuhören und entschlossenes Handeln dort, wo Kinder und Familien es am meisten brauchen. Damit Gesundheit und Chancen nicht vom Zufall abhängen, sondern von gemeinsamen Entscheidungen.
CAPE 10 Kinderförderprojekte
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Kinderbuchlesung mit Thomas Brezina
Mehr zum Projekt : Kinderbuchlesung mit Thomas Brezina -

Future Builders
Mehr zum Projekt : Future Builders -

Sommercamp in Pörtschach
Mehr zum Projekt : Sommercamp in Pörtschach -

The Power of Music
Mehr zum Projekt : The Power of Music -

Die Gesundheits-Held:innen
Mehr zum Projekt : Die Gesundheits-Held:innen -

CAPE 10 Innovationsgipfel
Mehr zum Projekt : CAPE 10 Innovationsgipfel -

Chance to Dance
Mehr zum Projekt : Chance to Dance
Hauptsponsoren und Fördergeber








Fotocredits:
Cover: © Lukas Beck
Vorwort: © Lukas Beck; © Valerie Eccli
Gast-Vorwort: © Julia Wesely
Chancengleichheit: © Lukas Beck
12 Monate – 12 Momente: Jänner © Valerie Eccli; März © Diana Horst; Juni GEPA pictures; September © Jennifer Fetz; Dezember © Diana Horst
Die stille Krise: © Creatives Attraact
Lesen eröffnet Welten: © Jennifer Fetz
The Power of Music: © Julia Wesely
Innovationsgipfel & Gesundheitsheld:innen: © Diana Horst
Herz & Bauch: © Creatives Attraact
Sommercamps: © Creatives Attraact; © Martin Assam
Berufsorientierung: © Diana Horst
Gemeinsam stark: Ladies Luncheon © Studio KoeKart; OMV Aktion © Creatives Attraact; Radtour © Plasser & Theurer; Binder Grösswang © Binder Grösswang; Weihnachtspunsch © Marlena König; Viola Run © Heinz Köhler; Anker & Vöslauer © Jennifer Fetz
