Michls deli eröffnet im CAPE 10

Neue Chancen und echte Teilhabe für geflüchtete, zugewanderte Frauen aus dem 10. Bezirk

Wien, am 13.05.2026 – Während rund 75 Prozent der 2015/2016 aus Drittstaaten zugewanderten Männer inzwischen erwerbstätig sind, liegt die Beschäftigungsquote bei geflüchteten, zugewanderten Frauen nur bei etwa 40 Prozent. Sie fallen oft schon gleich zu Beginn aus dem Integrationsprozess. Die Gründe dafür sind vielfältig: Betreuungspflichten, mangelnde Deutschkenntnisse, aber auch kulturelle, innerfamiliäre Faktoren spielen eine Rolle.1

Genau hier setzt das Michls deli in Wien-Favoriten an und eröffnet im CAPE 10 einen sozialökonomischen Gastronomiebetrieb, der gezielt Frauen mit Migrationsbiografien und Fluchterfahrung in ihrer unmittelbaren Lebensumgebung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützt.

Michls deli: Ein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt

Das Michls deli bietet Frauen aus dem 10. Wiener Gemeindebezirk befristete Arbeitsplätze in Service, Küche und Verwaltung. Über einen Zeitraum von neun bis zwölf Monaten sammeln sie praktische Erfahrungen, stärken ihre Kompetenzen und werden individuell begleitet. Ziel ist der nachhaltige Einstieg in den regulären Arbeitsmarkt. Begleitet werden die Teilnehmerinnen von einem interdisziplinären achtköpfigen Team aus Fachanleiter:innen und Sozialarbeiter:innen. Der Übergang in eine fixe Beschäftigung erfolgt individuell – z.B. in der Gastronomie, im Einzelhandel oder in anderen Branchen.

Gekocht wird im Michls deli vielfältig und ausgewogen – neben Hausmannskost finden sich täglich mehrere vegan-vegetarische Gerichte auf der Tageskarte. Alle Speisen, vom Frühstück bis zum Mittagslunch, gibt es auch zum Mitnehmen.

Das Michls deli ist Teil des sozialökonomischen Betriebs Michls (Projektträger: wienwork), der seit über 20 Jahren erfolgreich in der Wiener Gastronomie vertreten ist. Der laufende Betrieb des Michls deli wird je zur Hälfte vom AMS Wien und der Stadt Wien (Magistratsabteilung 40 – Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht) unter Berücksichtigung einer Eigenleistung von 25 Prozent finanziert. Der Bau und die Innenausstattung des Lokals wurden vom AMS Wien und der Stadt Wien (Magistratsabteilung 40) sowie vom CAPE 10 finanziert. Für das Interior Design zeichnet studio phyne verantwortlich.

Stimmen zur Eröffnung

Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn (Initiator und Vorstandsvorsitzender des CAPE 10):
„Mit dem Michls deli entsteht ein Raum, der weit über Gastronomie hinausgeht: ein Ort, an dem neue Perspektiven möglich werden. Genau das war von Anfang an unsere Vision für das CAPE 10 – Chancen schaffen, wo sie gebraucht werden.“

Dr. Michael Häupl (Präsident der Volkshilfe Wien und Namensgeber des Michls):

„Viele Frauen mit Migrationsgeschichte bringen enorme Fähigkeiten mit, bekommen aber oft nicht die Chance, diese auch zu zeigen. Das Michls deli gibt ihnen genau diese Möglichkeit: arbeiten, lernen, selbstständig werden. Das ist gelebte Integration.“

Mag. Winfried Göschl (AMS Wien Geschäftsführer):

„Gerade Frauen mit Betreuungspflichten und Migrationsbiografien stehen trotz großer Motivation oft vor großen Hürden am Arbeitsmarkt. Mit dem Michls deli schaffen wir ein praxisnahes, niederschwelliges Angebot, das echte Jobperspektiven eröffnet.“

Mag.a Agnes Berlakovich, LL.M. (Leiterin der Magistratsabteilung 40 – Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht der Stadt Wien):

„Die Stadt Wien sieht sozialökonomische Betriebe als zentrales arbeitsmarktpolitisches Instrument. Sie entfalten ihre Wirkung direkt im Lebensumfeld, fördern Selbstständigkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit und tragen so zur gesellschaftlichen Stärkung bei. Sie haben sich bewährt, um die Abhängigkeit von Sozialleistungen Schritt für Schritt nachhaltig zu verringern. Der gezielte Fokus auf die Integration von Frauen ist ein besonderes Plus von Michls Deli im CAPE 10, von dem wir uns gute Ergebnisse für Beschäftigung, Eigenständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe versprechen.“

Mag. Christoph Parak (Geschäftsführer von wienwork):

„Im Michls deli verbinden wir Qualität in der Gastronomie mit sozialer Verantwortung. Unser Ziel ist klar: Geflüchteten, zugewanderten Frauen echte Chancen, Berufserfahrung sowie Selbstvertrauen zu geben und sie nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu begleiten.“

CAPE 10 – Ein Ort der Begegnung

Das CAPE 10 ist ein modernes Sozial-, Gesundheits- und Innovationszentrum im Herzen von Favoriten. Auf rund 5.000 m² vereint es medizinische Versorgung, soziale Angebote und Bildungsprogramme für sozioökonomisch benachteiligte Kinder und Jugendliche unter einem Dach. Mit dem Michls deli wird dieser Ort nun auch um einen inklusiven Gastronomiebetrieb erweitert, der Begegnung und Integration im Alltag erlebbar macht.

Über wienwork (Träger des Michls deli)

wienwork ist ein gemeinnütziges, integratives Unternehmen, das Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen schafft, die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Dazu zählen insbesondere Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Langzeitarbeitslose.

An mehr als 30 Standorten in Wien beschäftigt wienwork rund 820 Mitarbeiter:innen, darunter 180 Lehrlinge. Ziel ist es, echte Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen und nachhaltige Perspektiven zu schaffen.

wienwork steht zu je 50 Prozent im Eigentum der Volkshilfe Wien und des KOBV – dem Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland.


  1. Quelle: Familienministerium, 2026 ↩︎

Fotocredit Coverbild: wienwork/Luzia Puiu
Fotocredit restliches Bildmaterial: wienwork/Luiza Puiu und CAPE 10/Ana Barros

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